26. Februar 2024

Nichts für schwache Nerven

Lychen (HT) Ein mehr als spannendes Spiel lieferten sich am Samstag in der Verbandsliga Nord der SV Berolina Lychen (3./22:8) und der FK Hansa Wittstock 1919 (11./9:23). Berolina hatte sich bereits im Hinspiel in Wittstock sehr schwergetan und erst nachdem man lange in Rückstand gelegen hatte in der Schlussphase die Entscheidung herbeigeführt.

Die Vorzeichen für das Heimspiel am Samstag waren alles andere als gut. Nur sechs gesunde Spieler standen Trainer Tobias Schween zur Verfügung, darunter mit Lukas Schlewitt und Leo Langfellner zwei Torhüter. Obwohl gesundheitlich zum Teil stark eingeschränkt stellten sich weitere Spieler in den Dienst der Mannschaft. Zudem ließ Hannes Kern einen lange geplanten Konzertbesuch sausen, um der Mannschaft beim Heimspiel zu helfen.

Von Beginn an entwickelte sich dann aus Lychener Sicht ein sehr zähes Spiel, das aufseiten der Gastgeber vor allem auch von Wurfpech geprägt war, von dem kaum ein Akteur verschont blieb. Die Gegner aus Wittstock agierten mit viel Tempo und kamen so über die erste oder zweite Welle immer wieder zu leichten Torerfolgen. Vor allem Martin Willführ, der 15 Tore für die Gäste erzielen konnte, bekam die Lychener Abwehr nicht in den Griff. Nach eigener 2:0-Führung musste Berolina schnell das 2:3 hinnehmen und lief danach bis zur Pause mit Ausnahme einiger weniger Ausgleichstreffer immer einem Rückstand hinterher. In die Kabinen ging es dann beim Stand von 12:14.

In der zweiten Hälfte änderte sich dann ganz lange wenig. Die Gäste aus der Ostprignitz blieben in Führung, Berolina blieb das Wurfpech treu. Dass der Rückstand nie mehr als drei Tore betrug, war vor allem den guten Leistungen der beiden erwähnten Torhüter der Lychener Mannschaft zu verdanken. Berolina kämpfte, aber es dauerte schließlich bis zur 57. Minute, bis die Hausherren beim 27:26 durch Jan Wendland (10 Tore) zum ersten Mal seit der vierten Minute wieder in Führung gehen konnten. Es war auch Wendland, der kurz darauf auf 28:26 erhöhen konnte. Entschieden war dennoch noch nichts, denn als Wittstock durch M. Willführ den Anschlusstreffer zum 28:27 gelang, waren noch mehr als zweieinhalb Minuten auf der Uhr. Eine Minute und dreiundvierzig Sekunden vor Schluss nahm Lychens Trainer Tobias Schween dann eine Auszeit, um die Strategie für die restliche Zeit abzusprechen. Als es weiterging, traf J. Wendland zum 29:27, und das per Kempatrick, was für die Nervenstärke der Gastgeber sprach, denn angesichts der Eintoreführung war Treffen in dieser Situation quasi Pflicht. Als die Gäste dann eine halbe Minute vor dem Ende einen Siebenmeter vergaben, war klar, dass Berolina das Spiel mit einer starken kämpferischen Einstellung, die nötig war, weil es spielerisch oft nicht wie gewünscht lief, gewinnen würde. Unter dem Strich setzte sich Lychen am Ende mit 29:27 durch und sicherte sich so ganz wichtige zwei Punkte im Rennen um die Medaillenplätze.

Lychen: Schlewitt, Langfellner, J. Wendland (10), Ch. Jähnke (3), Trillhaase, Th. Zander (4), Ph. Wendland, L. Jähnke (5), Raelert (2), Bock, Poser, Kern (5)

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