Lychen (HT) Auch am letzten Wochenende ging es für mehrere Mannschaften des SV Berolina wieder um Meisterschaftspunkte.
Heimrecht hatte die weibliche E-Jugend (3./12:6 Punkte) im Uckermarkduell gegen die punktgleichen Mädchen vom SV Fortuna Prenzlau (4./12:6). Im Hinspiel hatten die Lychener Mädchen beim 24:16 den Kürzeren gezogen. Das sollte diesmal unbedingt anders werden.
Klar war, dass Berolina gegen körperlich überlegene Gäste schnell spielen und sichere Abschlüsse suchen musste. Lychen begann dementsprechend sehr offensiv und lag nach sechs Spielminuten mit 6:0 in Führung. Auch in der Folgezeit erkämpfte sich die Abwehr um Maja Weirauch und Emma Bock immer wieder Bälle, die dann mit Tempo in sehenswerte Tore umgemünzt wurden. Mit 12:7 ging es in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel ließ sich Berolina nicht mehr überraschen. Obwohl noch Chancen liegengelassen wurden, gewann die Mannschaft am Ende mit 20:14. Grundlage war eine starke Mannschaftsleistung. Hervorzuheben waren Sunny Schween, Maja Weirauch (je 5 Tore), Pia Holzapfel (4), Vada Baugatz und Leni Buhrtz (je 3).
Obwohl am Ende mit 26:31 unterlegen, zeigten die Männer der Ü40-Mannschaft ganz klar aufsteigende Tendenz. Vor allem im Angriffsspiel agierte das Team verbessert und kam zu sehenswerten Toren. So blieb das Spiel bis zur 23. Minute, in der es 13:13 stand, völlig offen. Verbesserungsbedarf offenbarte jedoch die Abwehrleistung, die es den Gegnern von der SG Uckermark häufig zu einfach machte, zu Toren zu kommen. Hieran wird in der Zukunft zu arbeiten sein. Beste Werfer waren Jan Schaper (12) und Michael Jentho (10).
Drei Teams traten auswärts an. Eine besonders schwere Aufgabe hatten dabei die Frauen (5./14:10) gegen den SV Motor Hennigsdorf (7./10:14) zu lösen. Schon vor dem Spiel entpuppte sich die Situation dadurch als besonders, dass keine Schiedsrichter angesetzt waren, sodass das jeweils ein Vertreter der beiden Vereine übernehmen musste.
Von Beginn an wurde der überharte Spielstil der Gastgeberinnen aus Hennigsdorf deutlich, der kompromisslos war und keine Rücksicht auf Verluste nahm. Dies mussten die überwiegend sehr jungen Spielerinnen aus Lychen mehrfach schmerzhaft erfahren. Pauline Hingst wird nach einer solchen Aktion wohl eine Zwangspause einlegen müssen. Die Schiedsrichter ahndeten das unfaire Spiel und versuchten so die Härte aus dem Spiel zu nehmen. Acht Zeitstrafen und eine rote Karte gegen Hennigsdorf bei nur einer Zweiminutenstrafe gegen Berolina waren Zeugnis der rüden Gangart der Hennigsdorferinnen. Im Positionsangriff tat sich die junge Lychener Mannschaft aufgrund dieser Umstände schwer, kam aber über Tempogegenstöße zu Torerfolgen. Hennigsdorf enteilte teilweise mit sechs Toren, Berolina gab sich aber nicht auf und kämpfte sich immer wieder heran. In der 50. Minute gelang Berolina beim 20:21 die erste eigene Führung. Nach dem 21:21 der Gastgeberinnen legten dann zwei Tore zum 21:23 den Grundstein für den Sieg, der am Ende mit 22:23 denkbar knapp ausfiel. Berolina hätte sich schon früher auf die Siegerstraße bringen können, versäumte das aber, weil gleich sechs von elf Siebenmetern vergeben wurden. Wie schon zuletzt übernahmen die jungen Spielrinnen Hede Schaper und Mavie Weidemann (je 6 Tore) viel Verantwortung. Ihr erstes Spiel bei den Frauen machte Jasmin Kählke, die mit wichtigen Aktionen und einem Tor auch gleich Akzente setzen konnte. Weeda Schmidt im Tor war einmal mehr ein starker Rückhalt.
Im Spiel der männlichen D-Jugend (1./18:0) beim HSV Bernauer Bären (3./12:4) gab es zwei völlig gegensätzliche Halbzeiten zu sehen. Die erste Hälfte verlief ausgeglichen, weil auch Bernau ein starkes Spiel bot. Folgerichtig ging es mit einem knappen 13:14 in die Kabinen. Kaum zu erklären war dann, dass Bernau nach Wiederanpfiff völlig den Faden verlor und dem Lychener Spiel plötzlich nichts mehr entgegenzusetzen wusste. Zudem konnte Kevin Heise im Lychener Tor an seine Leistungen aus den letzten Spielen anknüpfen und immer wieder Würfe des Gegners parieren. Dass sich Berolina auch Dank der Tore von Ben Brosinski (12) und Jonny Foltis (11) am Ende beim 18:39 derart deutlich durchsetzen würde, war zur Pause in keiner Weise absehbar.
Ein wahres Schützenfest gab es beim Auftritt der männlichen B-Jugend (1./21:1) beim SV Rot-Weiß Werneuchen (5./2:16). Bis zum 9:11 in der 11. Spielminute verlief das Duell noch auf Augenhöhe. Dann nutzte das Team aus Lychen jedoch zunehmend die technischen Fehler des Gegners und setzte sich durch spielerische und individuelle Stärke kontinuierlich ab. Zur Pause war das Spiel beim 16:29 längst entschieden. Im weiteren Verlauf vergrößerte sich der Vorsprung, alle Spieler bekamen ihre Spielanteile, alle Feldspieler trugen sich auch in die Torschützenliste ein, Arvid Jähnke (17), Anton Börger (15) und Jeremy Foltis (12) am häufigsten. Am Ende stand es 31:58. Bei insgesamt 89 Toren in 50 Spielminuten kann man wohl nicht von einem Spiel der Abwehrreihen und Torhüter sprechen. Sollten die Jungen am nächsten Samstag ihr Heimspiel gegen Zepernick auch gewinnen, ist ihnen die Meisterschaft bereits sicher.
Fotos (Ü40): Jens Feuereisen
